Das kleine Nein

Clara saß am Schreibtisch, das Telefon in der Hand. Eine Einladung zu einem weiteren Meeting, das eigentlich schon zu viel des Guten war. Ihr Herz raste, die Stimme in ihrem Kopf flüsterte: „Sag ja, du musst ja...“

Doch diesmal kam etwas anderes: ein leises, aber bestimmtes „Nein“.

„Nein, das schaffe ich heute nicht“, sagte Clara und spürte, wie eine Last von ihren Schultern fiel.

Gina sprang auf, wedelte mit dem Schwanz und sah sie an, als hätte sie gerade den Jackpot geknackt. „Na endlich! Ich setze auch Grenzen – meistens bei Fremden am Gartentor. Aber dein Nein, das klingt verdammt erwachsen.“

Clara lächelte. Grenzen setzen war ungewohnt und fühlte sich fast rebellisch an. Doch sie merkte: Es war auch befreiend.

„Ein kleines Nein kann große Wunder wirken“, dachte sie.

Wenn Clara wieder einmal alles auf ihre Schultern packt, reicht Gina ihr symbolisch ein Schild mit der Aufschrift „STOP“.
Manchmal lachen sie beide so sehr darüber, dass der Ernst fast von allein seine Schwere verliert.

Denn mit Humor lässt sich auch ein „Nein“ liebevoll verpacken.
Und manchmal wird daraus sogar ein herzliches „Ja“ – zu sich selbst.

Schlussgedanke:
Grenzen sind keine Mauern. Sie sind Türen, die wir bewusst öffnen oder schließen.
Und wie Gina sagen würde: „Manchmal ist das klügste Ja ein Nein.“

Übung

Überlege dir heute eine Situation, in der du Nein sagen kannst – und mach es einfach. Du hast das Recht, deine Energie zu schützen.

Schreib drei Dinge auf, die du an dir liebst – egal wie klein oder scheinbar unbedeutend.